Das Ahrtal nach der Flut

Nothilfe Mayschoß
IBAN: DE29 3916 2980 1017 1970 25
Stichwort: Frauenprojekt Mayschoß

Auf Wunsch stellt die Bürgerstiftung Herzogenrath, die dieses Konto eingerichtet hat, ab 200,- EUR eine gesonderte Spendenbescheinigung aus. Dazu bitte eine Mail senden an: Martina.Mertens@Herzogenrath.de
Aus den Schlagzeilen ist die Flut an der Ahr inzwischen verschwunden. Es wird aber noch lange dauern, bis die Schäden wieder beseitigt sind. Eine solche Zerstörung nicht nur von Häusern, sondern auch der gesamten Infrastruktur hat es in der deutschen Nachkriegsgeschichte nicht gegeben.
Die aus Mayschoß stammende Fotografin und Grafikerin Barbara Schmitz und vor-ort-foto-Fotograf Karsten Socher haben Bilder gemacht, die zeigen, wieviel zu tun ist, um an der Ahr wieder einen Zustand herzustellen, der als „normal” bezeichnet werden kann.
Unsere Hilfe geht direkt an zehn Frauen, die von der Flut besonders betroffen sind. Sie haben zum Teil sowohl ihr Haus als auch den Arbeitsplatz verloren. Der Bürgermeister übergibt den Frauen diese Direkthilfe, die besonders wertvoll ist, weil staatliche Mittel teilweise immer noch auf sich warten lassen.

Impressionen aus Mayschoß

Barbara Schmitz hat Impressionen aus ihrem Heimatort Mayschoß zusammengestellt. Neben eigenen Bildern hat sie auf Material befreundeter Fotografen und der ältesten Winzergenossenschaft Deutschlands zurückgegriffen.
Stacks Image 169
Stacks Image 170
Stacks Image 172
Stacks Image 174
Stacks Image 175
Stacks Image 176
Stacks Image 177
Stacks Image 179
Stacks Image 180
Stacks Image 181
Stacks Image 182
Stacks Image 183
Stacks Image 184
Stacks Image 185
Stacks Image 186
Stacks Image 187
Stacks Image 188

Bilder und Texte von Karsten Socher

Karsten Socher ist für vor-ort-foto.de normalerweise in der Region um Kassel im Einsatz. Nach der Flut war er für die Frankfurter BILD-Redaktion an der Ahr und hat nicht nur die Schäden dokumentiert, sondern auch mit vielen Betroffenen und Helfern gesprochen. Er verfolgt weiterhin die Entwicklung in der Region und fährt immer wieder dorthin, um Reportagen zu machen. Aktuelle Bilder sind immer wieder auf seinem Instagram-Account zu sehen, von dem unsere Auswahl stammt.

26. Juli 2021 – Mayschoß

Der Ort Mayschoß an der Ahr mit seinen fast 1.000 Einwohnern war nach der Hochwasserkatastrophe viele Tage nicht richtig erreichbar. Die Bundesstraße B267 ist von der westlichen Seite komplett zerstört, der Ort ist nur über Dernau erreichbar. Die Straßen sind auch hier zerstört und beschädigt, jedes Fahrzeug wirbelt kräftig viel Staub auf, wenn es über diese fährt. Die Polizei hat hier nicht nur den Verkehr geregelt, die Polizisten waren auch kräftig dabei, Gebäude von dem Geröll zu befreien. An vielen Hauseingängen hängen Hinweise, dass die Gebäude wegen der bestehenden Einsturzgefahr nicht betreten werden dürfen. Im Ahrtal sind mehr als 60 Brücken durch das Hochwasser komplett vernichtet und unbrauchbar geworden.

Wir waren für unsere Reportage von Dernau nach Altenahr zu Fuß unterwegs. Mit dem Auto konnten wir hier nicht durchfahren, die Durchgangsstraße hatte gerade nur soviel Platz, dass die Transportfahrzeuge durchfahren konnten.

Bei dem Marsch am 26. Juli 2021 habe ich mich an die Erzählungen meines Großvaters erinnert. So muss es Mai 1945 nach Kriegsende gewesen sein, als er durch die zerbombten Städte und zerstörten Straßen zurück nach Hause in Thüringen zu seiner Familie ging.

Schuld

Der Ort Schuld an der Ahr wenige Tage nach der Hochwasserkatastrophe vom 14. Juli 2021. Die Straßen sind mittlerweile vom größten Schutt und Schlamm befreit gewesen. Ich habe die Gelegenheit in den frühen Morgenstunde genutzt, um mit meiner 360Grad-Kamera Ricoh Theta Z1 (@theta360official) Panoramaaufnahmen von den Zerstörungen anzufertigen.

Helferdorf im Rheinland-Innovationspark

Das Helferdorf des Helfer-Shuttle im Rheinland-Innovationspark in Grafschaft in unmittelbarer Nähe zum Haribo-Werk ist der Anlaufpunkt für alle, die im Ahrtal nach der Hochwasserkatastrophe helfen wollen. Hier können freiwillige Helfer campen, werden versorgt, auf Corona getestet, erhalten Erste-Hilfe und werden mit Bussen ins Ahrtal zu den Einsatzorten gebracht.
Sie erhalten Arbeitskleidung und in einem „BaumAHkRt" gibt es Baumaterialien. Unter dem großen Zelt befindet sich unter anderem eine Schmiede, in der Werkzeuge repariert und geschmiedet wird. Selbstverständlich gibt es auch Toiletten und Duschen sowie weitere Parkplätze, die etwas entfernt sind.

Baustoffzelt Kaiser in Walporzheim

Das Baustoffzelt Kaiser mit Containerdorf in Walporzheim, einem Ortsteil von Bad Neuenahr - Ahrweiler. Im gut sortierten Materiallager erhalten Betroffenen der Ahr-Flut vom Juli 2021 Materialien und Werkzeuge für die Wiederinstandsetzung ihrer Wohnungen und Häuser. Alles wird kostenfrei zur Verfügung gestellt, Werkzeuge werden instandgesetzt. Dazu gibt es Kamine und Ofen sowie weiße Ware.
Im angrenzenden Containerdorf befindet sich das Büro sowie eine kleine Sanitätsstation und die Helfer können hier übernachten. Am anderen Ende des Geländes werden aus der Flut geborgene Roller und Traktoren, aber auch die Fahrzeuge der Helfer repariert.

Nürburgring

Der Nürburgring unterhalb der Nürburg ist eigentlich für seine etwa 28 Kilometer lange „Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstrecke“ bekannt.
Nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal vom 14. Juli 2021 wurden alle Veranstaltungen abgesagt und das Fahrerlager umfunktioniert. Hier haben sich alle Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr, Bundeswehr, Bergwacht und der Rettungsdienste sowie der Bundespolizei versammelt und ihr Lager eingerichtet. Rettungshubschrauber und alle übrigen Hubschrauber sind von hier aus zum Einsatz gestartet. Bei jeden Feuerwehrmann oder bei jeder THW-Frau muss das Herz höher geschlagen haben bei der Fahrzeug- und Technikschau.

Altenburg

Das von der Hochwasserkatastrophe zerstörte Dorf Altenburg mit seiner Ahrtalschule aus der Luft. Das Hochwasser kam pünktlich zu Beginn der Sommerferien. Jetzt sind die Ferien seit einigen Wochen zu Ende und die Schüler*innen können im Ahrtal nicht mehr in ihre Schule gehen, sondern müssen auf andere Schulen in weiter entfernten Orten ausweichen. Dafür müssen sie jetzt lange Wege in Kauf nehmen. Manche Jugendliche müssen bereits um vier Uhr morgens früh aufbrechen, um gegen acht Uhr an der Schule zu sein. Bis zu 100 Kilometer kann jetzt der Schulweg lang sein.